Die Burg Breuberg

Unsere Burg heute ...

Die Feste Breuberg zählt zu den eindruckvollsten und am besten erhaltenen Burgen Deutschlands. Die Kernburg entstand im 12. Jahrhundert durch das Geschlecht der Reiz von Lützlebach zur Sicherung der klösterlichen Besitzungen im nördlichen Odenwald. Seit etwa 1220 nannten sie sich Herren von Breuberg. Nach wechselvoller Geschichte kam die Burg 1942 in das Eigentum des Deutschen Reiches und wurde Fremdarbeiterlager. 1949 gelangte sie in das Eigentum des Landes Hessen und wird heute als Jugendherberge und Museum genutzt.

Zur kleinen Kernburg, dem ältesten Bestand, gehören der Bergfried und die zehn bis 14 Meter hohe Ringmauer, an die sich Gebäde aus romanischer und gotischer Zeit anlehnen. Diese Anlage ist durch den Zwinger und den tiefen, trockenen Ringgraben doppelt gesichert. Eine erste Erweiterung erfolgte gegen Ende des 14. Jahrhunderts mit der westlich angefügten Vorburg. Das Torhaus war ehemals mit einer hölzernen Zugbrücke ausgestattet; die doppeljochige Steinbrücke stammt erst von 1812.

Die Geschichte der Burg Breuberg ...

BreubergDie Burg Breuberg, 150 m über dem Tal der Mümling auf einem Buntsandsteinkegel in der Gemarkung der heutigen Stadt Breuberg, ist der weithin sichtbare Mittelpunkt eines vom früheren Mittelalter bis zum Wiener Kongreß selbständigen Territoriums, der "Herrschaft Breuberg". Die Burg Breuberg wurde um 1150 als Vogteiburg der Abtei Fulda angelegt. Die ersten Burgvögte waren die "Reize von Lützelbach" die sich in der dritten Generation "Herren von Breuberg" nannten und damit eine bei Kaiser und Reich angesehene Dynastie begründeten. Durch die Heirat mit einer Büdinger Erbtochter verlagerten sich Macht und Interessen in die Wetterau, wo die Breuberger das Amt der Reichsvögte innehatten und auch im Kloster Konradsdorf bei Oppenburg ihre letzte Ruhe fanden. Drei Abgüsse der Epitaphien des Eberhard des III. von Breuberg, seiner Gemahlin Mechthild von Waldeck und eines minderjährigen Kindes aus dem Kloster Konradsdorf sind im "Wertheimer Zeughaus" auf der Burg zu bewundern. Die Herren von Breuberg starben 1323 im Mannesstamme aus und ihr Erbe fiel im wesentlichen an die Grafen von Wertheim, die dann um 1500 die Burg zu einer befestigten Residenz ausbauten. Signifikant sind die vier mächtigen Bollwerktürme im Graben. Sehr gut erhalten ist auch das Wappen des Michael Graf zu Wertheim (1499). Es befindet sich über dem Eingangstor zur Burg. Mit dem Aussterben der Grafen von Wertheim (1556) gelangten schließlich deren Rechtsnachfolger, die Grafen von Löwenstein und die Grafen von Erbach, in den Besitz der Burg und der Herrschaft Breuberg. Die Herrschaft reichte von der Zent Kirch-Brombach über die Zent Höchst und den Gerichtsstab Neustadt bis nach Vielbrunn in der Zent Lützelbach. Fast identisch mit dem jetzigen nördlichen Teil des Odenwaldkreises. 1806 wurden die kleinen Territorien aufgelöst. Die Herrschaft Breuberg kam an das neugegründete Großherzogtum Hessen. Das Breuberger Land wurde zunächst eigener Landratsbezirk. 1837 wurde das Kreisamt Neustadt gebaut und bezogen, 1874 schließlich der Kreis Neustadt mit dem Kreis Erbach, heute Odenwaldkreis, vereinigt. Im Kreisamt Neustadt zog die Stadtverwaltung ein als "Großherzögliche Bürgermeisterei". Allein die Burg blieb im Besitz der Häuser Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und Erbach-Schönberg. Zur Zeit der Jugendbewegung fand die katholische Jugend im Löwensteinischen Teil der Burg eine Herberge (1923). Das Jugendherbergswerk etablierte sich in den "Erbacher Gebäuden" der Oberburg. Diese DJH war die erste hessische Bleibe des Deutschen Jugendherbergswerkes (1919). Nach dem Krieg Übernahm das Land Hessen die Burg Breuberg und gestattete dem Kreis der Breubergfreunde und dem Deutschen Jugendherbergswerk die Nutzung als Jugendheim. In den letzten Jahren ist hier eine der modernsten Jugendherbergen Hessens entstanden.